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Content Management Systeme

Creative Data Tipp #37 - 15. Juni 2010
 

Creative Data TippsContent Management Systeme

Noch vor wenigen Jahren wurden die meisten Online Projekte mit statischen HTML-Webseiten erstellt. Viele Webdesigner verwendeten Programme wie Microsoft Front Page oder Macromedia (heute Adobe Dreamweaver) um ihre Grafikvorlagen zu bearbeiten die in der Regel die Navigation, Kopf-und Fusszeile und einzelne Seiten enthielt.


Die Probleme

Sogenannte What You See Is What You Get (WYSIWYG) Editoren gab es damals noch nicht um den Code zu bearbeiten. Ein Webdesigner musste den HTML-Quellcode jedesmal im Backend auf seinem Computer bearbeiten und das kostete viel Zeit. Um eine Online Präsenz zu aktualisieren musste jede einzelne Webseite auf den Webserver kopiert werden, dieses kostete abermals viel Zeit und Ressourcen da damals auch noch keine Breitbandverbindungen vorhanden waren und SEO Optimierung für Suchmaschinen (Titel-Tags, H1 Header etc.) musste sorgfältig und manuell von Seite zu Seite gemacht werden. Das Risiko von Datenverlusten war damals noch sehr hoch da viele Backupsysteme entweder zu kostenspielig oder zeitaufwändig waren, redundante Daten waren die Regel und ein Redaktor wusste nicht wo der Fotograf die Bilder ablegte. Ab und zu wurden Daten aus Versehen gelöscht oder überschrieben und dadurch im schlimmsten Fall hunderte von Stunden Arbeit in wenigen Minuten vernichtet. Während Adobe Dreamweaver in der Zwischenzeit sicherlich um ein vielfaches verbessert wurde, das erstellen von schlechtem Code mit Dreamweaver praktisch der Vergangenheit angehört und inzwischen auch Breitbandverbindungen zum Alltag gehören bleiben andere Ärgernisse bestehen.


Content Management Systeme (CMS)

Content Management Systeme machen genau das was der Name schon sagt - sie helfen Ihnen bei der Verwaltung Ihres Contents (Inhalten) Im Grunde ermöglicht Ihnen ein CMS das erstellen, bearbeiten und löschen Ihrer Websiten ohne auf die Codierung zu achten zu müssen. Für grössere Web Projekte oder Organisationen ist dieses eine wesentliche Erleichterung. Die Inhalte befinden sich weitgehend an einem Standort und werden in einer Datenbank auf dem Webserver gespeichert wobei auch die tägliche Datensicherung normalerweise automatisch erfolgt. E-Commerce Webseiten, Soziale Netzwerke, Online Zeitungen, Blogs etc. nutzen Content Management Systeme zu 99%!

Für viele kleinere KMUs klingt dieses teuer und kompliziert - ist es aber nicht! Es gibt Content Management Systeme wie WordPress das Sie bereits mit wenigen Mausklicks beherrschen oder Enterprise Redaktionssysteme wie Typo3 das keine Wünsche mehr offen lässt und das alles kostenlos. Wenn Sie nun Ihre statische HTML Webseite auf ein CMS umrüsten wollen aber noch nicht sicher sind welche Vorteile dieses bietet gebe ich Ihnen anbei einige Tipps:


Unkompliziert und kostenlos

Wenn sie es unkompliziert und kostenlos haben wollen gebe ich Ihnen folgenden Tipp: Machen Sie einen kompletten Backup Ihrer statischen Webseiten mit allen Originaldateien (PNG, Photoshop, PDF etc.) und suchen Sie sich einen Webhoster bei dem ein WYSIWYG Online Editor auf dem Webserver bereits installiert ist. Kopieren Sie nun Ihre statischen Webseiten inkl. Daten 1:1 auf dessen Webserver und - Bingo! Nun können Sie Ihrem Webdesigner adieu sagen, es sei denn Sie benötigen ab und zu Hilfe bei speziellen Anpassungen.


Sie brauchen keinen Programmierer

Bereits nach der Installation eines Content Management Systems können Sie in vielen Fällen bereits gebrauchsfertige und hochwertige Webseiten erstellen. Dabei müssen Sie sich keine Gedanken machen über HTML-Tags die nicht geschlossen werden, CSS Styles von denen Sie keine Ahnung haben oder wie man den Code einer Flash Animation am besten einbindet. Diese Vorteile werden Ihnen sehr viel Zeit einsparen und auch Ihren Geldbeutel schonen. Und für diejenigen, denen der Gedanke an XHTML Code, Javascript und Ajax Panik verursacht: Seien sie versichert - mit dem richtigen CMS werden Sie den Code nie sehen.

Suchmaschinenoptimierung inklusive

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein Anliegen für jeden Webmaster und die meisten Content Management Systeme beinhalten vorteilhafte Eigenschaften in dieser Hinsicht. Es gibt dafür viele verfügbare Plugins z.B. für WordPress mit dem Sie Titel-Tags, URLs, Links, etc. selbst optimieren können und es besteht dazu wenig Anlass dafür extra einen SEO Spezialisten zu beauftragen. Dieses ermöglicht Ihnen, sich vollends auf die eigentliche Arbeit, die Schaffung von Inhalten zu konzentrieren.


Datenverlust ist praktisch ausgeschlossen

CMS Webseiten sind in der Regel mit einer Datenbank verbunden und dabei ist das Risiko Ihre Daten zu verlieren sehr gering. Vor allem dann, wenn Sie einen professionellen Webhoster haben. Dieser erstellt von Ihren Webseiten täglich automatisch einen Incremental oder Full Backup. Aber auch Sie haben z.B. bei einigen Webservern im Admin Panel die Möglichkeit komplette Datensicherungen per Mausklick zu erstellen und diese Daten wo auch immer z.B. in einem Banksafe abzulegen.

Weltweit Zugriff

Die allermeisten Content Management Systeme sind Web basiert, das heisst, Ihre Webseiten befinden sich komplett auf Ihrem Webserver. Das einzige, was dazu erforderlich ist, ist ein Internetzugang um Ihre Website zu bearbeiten und natürlich ein Benutzername und Passwort für die Zugriffsberechtigung. Das bedeutet auch, sie müssen über keinen Computer verfügen wo sich irgendwelchen Code für die Webseite befindet. Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen von Webseiten ist so einfach wie die Anmeldung am System und auch die erweiterten Möglichkeiten eines Online Editors beherrschen Sie schon nach wenigen Minuten.


Updates ohne Webentwickler

Für einfache Updates benötigen Sie keine Webentwickler! Damit können Sie tausende von Franken pro Jahr einsparen. Und sollte es dabei einmal nicht klappen oder haben Sie dabei eine wichtige Kleinigkeit übersehen, hilft Ihnen mit Sicherheit die Community, egal ob Sie mit Drupal, WordPress oder Joomla arbeiten.

Entwicklungskosten werden billiger

Da bei den bekannten Content Management Systemen bereits unzählige Funktionen und Plugins vorhanden sind, müssen solche Module für Ihre speziellen Sonderwünsche nicht komplett neu programmiert werden sofern Sie nicht komplett ausgefallene Ideen haben. Somit halten sich viele Anpassungen in einem finanziellen Rahmen, den sich praktisch jedes kleines Unternehmen leisten kann.


Schattenseiten

Es gibt natürlich auch einige Schattenseiten bei Open Source Content Management Systemen. Einerseits werden durch die grosse Verbreitung allfällige Sicherheitsmängel von Hackern sofort ausgenutzt und sie sind praktisch in Ihrem eigenen Interesse dazu verpflichtet mehrmals neue Updates einzuspielen um diese Bugs zu beheben. Oder wenn Sie sehr leistungsfähige, umfangreiche und flexible Content Management Systeme wie Drupal, Typo3 etc. verwenden, dann kann es durchaus passieren, dass Sie dabei für die Aufbauphase mehr Zeit investieren als Ihnen lieb ist.

Beachten Sie bitte auch, dass nicht alle Content Management Systeme gleich geschaffen sind. Einige weniger bekannte haben grassierenden Probleme in Bezug auf die Sichtbarkeit in Suchmaschinen, das könnte Ihre Webseite im Netz komplett unsichtbar machen, desto populärer und verbreiteter die Systeme sind, desto sicherer ist Ihre Investitionen. Für viele Kleinunternehmen ist eine Open Source CMS Lösung oft der einzig gangbare Weg um an eine attraktive und kostengünstige Web Lösung zu gelangen ohne auf Qualität verzichten zu müssen.

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Über den Autor:

Armin Josef KesslerArmin Kessler beschäftigt sich mit den Themen Marketing, Grafik, Multimedia und Informatik seit 25 Jahren. Im Jahre 1998 als die Google Suche noch im Beta Stadium war, der iMac G3 einen 13 Zoll Bildschirm hatte und ein integriertes 56k Modem das Non plus ultra war entstanden seine ersten Webseiten.